Nach Innen gehen um zu erinnern

Heute Nachmittag sitze ich in meinem Praxisraum in der Körblergasse und erfreue mich am Sonnenlicht, dass nun – Anfang März – wieder in meine Praxis gelangt, nachdem es in den Winterwochen schon früh hinterm Schlossberg verschwunden war. Im Garten unten blühen unzählige Schneeglöckchen und Krokusse, es ist ein Moment der Vorfreude auf die wärmere Jahreszeit, mit mehr Leben in der Natur und auf den Grazer Wegen. 
Die Freude ist getrübt durch das, was in der Welt vorgeht, zu viel Gewalt, zu viel Schmerz, Verwirrung, Ungewissheiten berühren mich und auch die Menschen um mich herum. 

Ich bin dankbar für meine Arbeit. Sie bietet mir und den Menschen, die zu mir kommen, einen Raum, der für den Moment einmal sicher ist, in dem es ruhig wird, in dem wir gemeinsam in die Stille gehen und uns … ERINNERN. 

Denn Integrative Körperarbeit ist Erinnerungsarbeit. 
Irgendwo da drinnen im eigenen Leib gibt es einen Ort, an dem wir spüren dürfen, dass wir getragen sind. An dem wir spüren dürfen, dass es eine beharrliche Kraft gibt, die immer wieder Wachstum und Leben und Gleichgewicht im Organismus sucht. Wenn diese Kraft Raum bekommt, fühlt sich plötzlich etwas leichter an. Wir spüren mehr Bodenhaftung, mehr Klarheit im Geist, mehr Sicherheit und Gelassenheit im Herzen. Die Atmung findet sich ganz von selbst ihren Weg und ihre Ausdehnung in Lungen und Zwerchfell. 

So geht es in IKA um mehr als um physische Gesundheit. Es geht auch darum, in sich selbst immer wieder Stabilität zu finden, wenn das Leben stürmisch wird. Sich zu verankern in der eigenen Zuversicht. In keiner vom Verstand gedachten, sondern in einer wahrhaftig gefühlten und verkörperten Zuversicht. 

Ich darf Euch herzlich einladen, die eigene Stille und die eigene Verankerung zu erinnern. Meine Hände begleiten Euch dabei. 

Herzlichst, Ingrid Huber