Autor: Ingrid Huber

  • Gute Nerven?!

    Gute Nerven sind derzeit ein wichtiges Thema im Institut für Integrative Körperarbeit. Nicht, weil unsere eigenen im Moment so strapaziert wären, nein.  Es gab und gibt drei Seminare zu diesem Thema:

    Unser Sommerkurs Ende August hatte das Thema „Mit Herz, Hirn und Bauch“. Darin erforschten wir die Kommunikation zwischen unserem zentralen Nervensystem und seinen wichtigen „Filialen“ im Bauch und Herz, wo sich eigene Nervennetze mit zahlreichen Neuronen befinden. Am eigenen Leib durften die Teilnehmerinnen erleben, dass Denken nicht nur im Kopf stattfindet. Denken ist immer ein ganzkörperlicher Prozess und viele Wahrnehmungsfähigkeiten sitzen in unseren inneren Organen. Wenn wir diese bewusst nützen, fühlen wir uns stimmiger in uns selbst und können Entscheidungen aufgrund eines klaren inneren Erlebens treffen.

    Ein weiteres Thema in diesem Kurs war die sogenannte Polyvagaltheorie. Dabei geht es um den Vagusnerv, den wichtigsten Nerv des autonomen Nervensystems, der vom Hirnstamm aus zu vielen Organen des Körpers zieht. Der Forscher Steven Porges hat herausgefunden, dass bei Säugetieren und Menschen soziale Interaktion die unbewusst verlaufenden Reaktionen des Nervensystems reguliert. Diese Erkenntnisse werden in der Traumatherapie oder in der Arbeit mit Kindern umgesetzt, die eine mangelnde Bindungserfahrung haben.

    In der vergangenen Woche fand ein Seminar innerhalb des Gesundheitsprophylaxe-Programms der oberösterreichischen LehrerInnen-Versicherung statt. Der Titel war: „Reine Nervensache! Stressfrei und entspannt in den Schulbeginn“
    Hier erfuhren Lehrerinnen, was das Nervensystem braucht, um in einem dynamischen Gleichgewicht zu bleiben. Dynamisch heißt, dass wir mit unserer wachen Aufmerksamkeit im Aussen sein können und dann die Fähigkeit haben, zu entspannen, unsere Sinne „zu leeren“ und tägliche Regenerationsphasen haben. Gemeinsam haben wir ein „1-Minuten-Programm“ erarbeitet, das auch im dichten Schulalltag schnell zum besseren Kontakt mit sich selbst verhilft.

    Im Oktober folgt dann noch ein Seminar an der SchlossSchule St.Georgen in der Steiermark, das sich an Personen aus den Bereichen Massage, Energethik und Körperarbeit wendet. Hier erlernen TeilnehmerInnen manuelle Techniken aus der cranio-sacralen Körperarbeit und dem Body-Mind Centering, die das vegetative Nervensystem ansprechen und unterstützen.

    Gerne kreieren wir auch ein Seminar für Teams an Institutionen, die gute Nerven für ihre MitarbeiterInnen wichtig finden.

  • Lied-Kristalle

    Healing Songs, Heil- und Kraftlieder, Mantren, Chants….. es gibt viele Bezeichnungen für die Lieder, die ich seit mittlerweile 18 Jahren in und mit Gruppen singe. Gemeinsam ist ihnen, dass ihre Texte einfach sind, dass die Melodien rasch “ins Ohr” und auch “in die Stimme” gehen. Wir singen die Lieder so lange bis der Rhythmus ganz im Körper angekommen ist und der Verstand sich in den Klang hinein entspannt. Was dann passiert? Ich staune immer wieder, welche Welten sich dann öffnen können.

    Diese Lieder sind wie Kristalle, sie lassen uns so viele Facetten spüren. Jeder Mensch wird auf individuelle Weise berührt. Jede Gruppe macht durch ihr Singen eine neue Qualität hörbar.

    Dann manchmal gibt es den Moment, wo das Lied uns hebt und trägt, wir singen nicht mehr, sondern das Lied singt uns! Leicht und lustvoll…..Magic!

    Und das Beste ist: um das Mitzuerleben musst du nicht mal singen können. Einfach kommen und ausprobieren.

  • Danke!

    fuesse-im-grasVor einem guten Jahr habe ich meinen Praxisraum in der Sparbersbachgasse 17 im Grazer Herz-Jesu-Viertel eröffnet. Jetzt schließt sich an diesen Neubeginn eine nagelneue Website samt erstmaligem Blog an.

    Sehr feierlich ist mir zumute, ist doch zum ersten Mal der gesamte, bunte Strauß aller meiner Angebote auf einen Klick zu finden, zu sehen, zu gustieren.

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  • Warum ist Singen gesund für Leib und Seele?

    Einladung zu den Singabenden und Healing Songs

    Zuerst einmal ist wesentlich, dass es sich um eine Art des Singens handelt, die nicht von musikalischen Ansprüchen geleitet wird, sondern bei der es vorrangig um ein stressfreies, lustvolles Erleben von Stimme und Musik geht. Es gibt dabei zwei Grundannahmen: Jeder und jede kann singen! und: Es gibt keine Fehler, nur Variationen !

    Auch Menschen, denen in der Kindheit gesagt wurde, sie singen falsch und sollten deswegen lieber still sein, sind hier genau richtig, und dürfen ganz selbstverständlich in den gemeinsamen Klang eintauchen und die Wirkungen des Singens erleben.

    Ein Effekt, der beim Singen im Kreis (anders als in den Reihen im Chor) sofort eintritt, ist der gemeinschaftsfördernde. Die Gruppe erlebt sich als ein Klangkörper, der zwar durch das Singen der Einzelnen entsteht, im hörbaren Ergebnis ist aber jegliche Trennung aufgehoben. Es ist auch völlig klar, dass sich in diesem Moment nicht mehr die Frage stellt: wer in dieser Gruppe ist mir mehr oder weniger sympathisch ? Für diesen Moment ist die Harmonie, der Rhythmus, der Inhalt eines Liedes das verbindende Element.

    Singen war ursprünglich immer Teil des sozialen Lebens und verbunden mit Gemeinschaft, Arbeit, Heilung, Ritual und Spiritualität.

    In traditionellen Kulturen sind Gesang, Musik und Tanz Teil des Alltags. Sie begleiten bestimmte Tätigkeiten und Zusammenkünfte und sind Ausdruck bei Übergängen in neue Lebensphasen. Alle Menschen sind an Gesang und Tanz und damit am inneren Sinn der Ereignisse beteiligt.

    Gäbe es in unserer Gesellschaft mehr von diesen gemeinsamen rhythmisch-harmonischen Erlebnissen im Alltag, wäre es vielleicht leichter, Werte wie Einverständnis, Rücksichtnahme oder die Ausrichtung auf ein gemeinsames Ziel etc zu verwirklichen ?!

    Mag sein, dass dies Fragen für Entwicklung und Zukunft sind, was hingegen sofort spürbar und sogar wissenschaftlich erwiesen ist, das sind die Wirkungen des Singens auf jede/n Einzelne/n.

    Durch die tiefere Atmungstätigkeit wird mehr Lungenkapazität ausgeschöpft, die Herz-Kreislauftätigkeit angeregt und kommt mehr Sauerstoff ins Blut und damit zu allen Geweben. Gute Nachricht für alle Jogging-Faulen: mit Singen und Tanzen geht’s auch !

    Ebenfalls durch die gesteigerte Lungentätigkeit, aber auch durch differenzierte Vokalbildung und gesteigertes Körperbewusstsein, verändert sich die Haltung. Mit eingesunkener Brust und eingezwängtem Zwerchfell singt es sich wirklich schwer, der Brustkorb und die Wirbelsäule richten sich also ganz von selbst auf. Im Stehen oder Tanzen beim Singen kommt der ganze Körper in eine schwingende Bewegung, die Gelenke werden locker und frei. Eine Teilnehmerin hat sich langwierige Schulterbeschwerden an einem Sing-Abend einfach weggesungen !

    Ganz erstaunlich sind auch die Wirkungen des Singens auf das Immunsystem und den Hormonhaushalt.

    Beim Singen wird bereits nach kurzer Zeit das Immunglobulin A verstärkt im Körper erzeugt. Dies ist ein Antikörper, der in den Schleimhäuten der Atemwege sitzt und Krankheitserreger bereits beim Eindringen ausser Gefecht setzt.

    Ausserdem produzieren wir vermehrt Oxytocin, ein Hormon, das auch „Wohlfühl-Hormon“ genannt wird. Es bewirkt, dass wir uns sicher und geborgen fühlen und liebevoll mit unseren Mitmenschen umgehen. Neben anderen sind auch die Beta-Endorphine zu erwähnen, die das Angst- und Schmerzerleben reduzieren. Gleichzeitig sinkt der Spiegel an Stress-Hormonen, wie z.B. dem Cortisol.

    Viele der sogenannten Healing Songs, der Heil- und Kraftlieder, sind Lieder aus spirituellen Traditionen: Lieder der Sufis und der Native Americans, hebräische Friedenslieder und Niggunims,  Mantren, Gospels, Lieder aus Afrika oder Brasilien. Mit diesen Liedern drücken wir Mitgefühl, Hingabe, Lebensfreude und den Lobpreis des Göttlichen aus. Wir erleben unsere eigene spirituelle Kraft und gleichzeitig die Verbundenheit mit allen Völkern und Kulturen, mit dem zutiefst Menschlichen, das uns eint.

    Zum Weiterlesen empfehle ich Euch das Buch von Wolfgang Bossinger: Die heilende Kraft des Singens, Traumzeit Verlag, ISBN 3-933825-61-X.

  • Singen ist …

    Kommunikation

    Gebet

    Körperliche Kunst und Übung

    Persönlicher Ausdruck

    Hingabe und Grenzauflösung

    Versinken in Geborgenheit

    Mutprobe

    Lebenselixier

    Spaß und Lebensfreude

    Gemeinschaftserlebnis

    Transformierende Kraft

    Ohrenschmaus

    Schutz und Bestärkung

    Tradition

    Kunst und Musik

  • Wie ich eigentlich zu Von Herzen Singen kam?

    Geboren im Sommer 1970 in München war ich schon in früher Kindheit in Kontakt mit Musik. Ich lernte Blockflöte, Klavier, Geige und später auch Kirchenorgel spielen und war in meiner Freizeit entweder übend am Musikinstrument oder in Chören, Ensembles und Orchestern. Der Höhepunkt des Jahres waren Familienmusiktage, wo Kinder und Erwachsene einige Tage miteinander musizierten.

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